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Informationen für Auszubildende

Überbetriebliche Kurse (ÜK's)

Die Überbetrieblichen Kurse stellen die dritte Säule in der Ausbildung zum Geomatiker/in dar. Sie dienen der Vermittlung und dem Erwerb grundlegender praktischer Fertigkeiten und ergänzen die Bildung im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule. Die Verordnung über die berufliche Grundbildung und der Bildungsplan (Teil D) bilden die gesetzlichen Grundlagen der Überbetrieblichen Kurse.

 

Wichtige Informationen
 

Termine ÜK und Blockkurse
Hier finden Sie die Termine zu allen ÜK-Kursen sowie zu den Blockkursen des aktuellen Schuljahres.
⇒ zum Kalender 2021
⇒ zum Kalender 2022

Schutzkonzept Covid-19
Die Richtlinien des Bundes und des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes werden laufend angepasst. Die relevanten Verhaltens- und Hygienevorschriften sind im ÜK-Schutzkonzept zusammengefasst. 
⇒ Weitere Ausführungen des Kantons Zürich

Kurskosten
Die Durchführung der Überbetrieblichen Kurse erfolgt auf privatwirtschaftlicher Basis und es wird ein kostendeckendes Kursgeld erhoben.

 

ÜK I

Der erste Überbetriebliche Kurs steht ganz am Anfang der Lehre und ist für alle drei Schwerpunkte identisch. Dabei soll den jungen Lernenden der Einstieg in den Beruf und der Umstieg vom schulischen Alltag in die Welt des Berufslebens erleichtert werden. Mit Theorie, praxisorientierten Beispielen und vielen Übungen werden unter anderen folgende Punkte behandelt:

  • Erscheinungsbild / Auftreten im Betrieb und auf dem Feld
  • Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern
  • Skizzieren, Kartieren und Vermassen
  • Grundlagen der Feldarbeit inkl. Steinsatz
  • Einführung in die GIS-Welt

Ausrüstung 

Es wird erwartet dass die Lernenden vollständig ausgerüstet an den Kurs erscheinen. Der Lernende hat das Material gemäss Liste mitzubringen. Die Lehrbetriebe sind verantwortlich für das Ausrüsten ihrer Lernenden.
⇒ Materialliste ÜK I

Anmeldung

Die Lernenden registrieren sich neu für den zugeteilten ÜK über das ÜK-Registrierungsportal des TVG-CH und erhalten zusammen mit der Buchungsbestätigung eine Email zur Weiterleitung der Rechnung an die verantwortliche Person im Ausbildungsbetrieb.


ÜK II

Der zweite Überbetriebliche Kurs wird ebenfalls von allen Lernenden der drei Schwerpunkte gemeinsam besucht.
Ziel des ÜK II ist das Eintauchen in die dritte Dimension. Bis jetzt hat ein Plan immer aus Länge und Breite bestanden. Was aber ist mit der Höhe?
Die Lehrlinge werden im ÜK II mit neuen Fachbegriffen konfrontiert. Was sind Stützpunkte, Bruchkanten, Äquidistanz, linear Interpolieren, oder Dreiecksvermaschung. Theorie und Praxis werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Inhalte vermittelt:

  • Modellieren mit einer Landeskarte in Plastilin
  • Berechnung eines DGM mit 20 cm Äquidistanz
  • Erstellung eines Geländeschnitt mit Messband und Nivellierinstrument
  • Konstruktion eins digitalen Aushubplan und ermitteln des Aushubvolumen

Ausrüstung 

Es wird erwartet dass die Lernenden vollständig ausgerüstet an den Kurs erscheinen. Der Lernende hat das Material gemäss Liste mitzubringen. Die Lehrbetriebe sind verantwortlich für das Ausrüsten ihrer Lernenden.
⇒ Materialliste ÜK II

Anmeldung

Die Lernenden registrieren sich neu für den zugeteilten ÜK über das ÜK-Registrierungsportal des TVG-CH und erhalten zusammen mit der Buchungsbestätigung eine Email zur Weiterleitung der Rechnung an die verantwortliche Person im Ausbildungsbetrieb.


ÜK III

Der dritte Kurs ist dreiteilig und wird als Wahlpflichtkurs angeboten. Wahlpflichtkurs heisst, es muss im 3. Lehrjahr einer der drei angebotenen Kurse besucht werden. Es gibt eine Empfehlung für die Kurswahl pro Schwerpunkt, trotzdem kann auch einer der zwei anderen Kurse besucht werden, wenn dies der Lehrbetrieb als sinnvoll erachtet.
Die Themen dieses Kurses richten sich nach den jeweiligen Schwerpunkten. Es ist auch möglich, zusätzlich einen weiteren Kurs (vierten Kurs) in einem anderen Schwerpunkt zu besuchen, sofern es die Teilnehmerzahlen zulassen.

Im Kurs zum Schwerpunkt amtliche Vermessung steht das Thema Bauvermessung im Vordergrund. Die Lernenden setzen sich vertieft mit verschiedenen Präzisionsmessmethoden sowie den dabei verwendeten Instrumenten auseinander. In Feldübungen erstellen sie ein Schnurgerüst und führen Folgemessungen von Deformationsüberwachungen mittels Präzisionsnivellement durch. Dabei wird das Augenmerk auch auf die kundengerechte Resultatdarstellung sowie die Durchführung einer einfachen Genauigkeitsabschätzung gerichtet. Zum Schluss erhalten die Lernenden einen Einblick in weitere Gebiete der Ingenieur- und Spezialvermessung.


Der Kurs zum Schwerpunkt Geoinformation vermittelt Kenntnisse im Umgang mit der Integration verschiedener räumlicher Datensätze und der Analyse von Daten nach vorbestimmten Kriterien. Einige Daten werden mittels GPS-Messungen dabei auch selber erhoben und in einem Plan übersichtlich und korrekt dargestellt.
Die Teilnehmer erhalten einen Einblick in die Möglichkeiten von Open Source-Software, komplexe Geodatenmodelle und -analysen, die Anwendungsmöglichkeiten und Zukunft von GIS sowie 3D GIS.


Der Kurs zum Schwerpunkt Kartografie steht ganz im Zeichen der Webkartografie. Die Lernenden durchlaufen im Verlauf der Kurswoche den kompletten Workflow von der Projekteinführung bis zur fertigen, interaktiven Webkarte. Dabei erarbeiten sie einen eigenen Zeichenschlüssel und ein eigenes Beschriftungssystem. Im Kurs wird das Kartografieprogramm OCAD eingesetzt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Kursort ist das SBB-Ausbildungszentrum «Centre Loewenberg» in Muntelier bei Murten. Die nahe gelegene Altstadt von Murten dient als Fallbeispiel für die während dem Kurs zu erstellende Webkarte.

Anmeldung

Die Lernenden registrieren sich neu für den zugeteilten ÜK über das ÜK-Registrierungsportal des TVG-CH und erhalten zusammen mit der Buchungsbestätigung eine Email zur Weiterleitung der Rechnung an die verantwortliche Person im Ausbildungsbetrieb.

Ausrüstung

Es wird erwartet dass die Lernenden vollständig ausgerüstet an den Kurs erscheinen. Der Lernende hat das Material gemäss Liste mitzubringen. Die Lehrbetriebe sind verantwortlich für das Ausrüsten ihrer Lernenden.
⇒ Materialliste ÜK III AV
⇒ Materialliste ÜK III G 
⇒ Materialliste ÜK III K

 

Das Qualifikationsverfahren (QV)

Im letzten Semester der vierjährigen Ausbildungszeit wird für angehende Geomatiker/innen EFZ das Qualifikationsverfahren (früher LAP) durchgeführt.

Der wichtigste Teil des QV ist die individuelle praktische Arbeit (IPA). Diese wird in der gewohnten Arbeitsumgebung und mit den bekannten Hilfsmitteln im Lehrbetrieb durchgeführt. Verantwortlich für die ordnungsgemässe Durchführung ist die/der Fachvorgesetzte. Der Inhalt der IPA wird jeweils im Januar durch die/den Fachvorgesetzten der Prüfungskommission eingereicht. Dabei werden aus der Auswahl der Richt- und Leistungsziele des Bildungsplanes die zur Arbeit passenden Ziele ausgewählt. Diese sind Basis für die Bewertung der IPA.

Ein Team von Prüfungsexpertinnen und -experten prüft die eingereichten Arbeiten und gibt die Arbeit frei. Gleichzeitig werden der Kandidatin bzw. dem Kandidaten durch die Prüfungskommission zwei Experten zugeteilt. Die IPA wird im Zeitraum von Anfang März bis Mitte Juni durchgeführt. Während der Ausführung besucht ein Experte bzw. eine Expertin den Lehrbetrieb. Dieser Besuch dient dem gegenseitigen Kennenlernen von Kandidat/-in, Fachvorgesetzte/-n und Expert/-in und sowie zur Klärung allfälliger Fragen rund ums QV.

Die praktische Arbeit wird in erster Linie durch den/die Fachvorgesetzte/n beurteilt. Diese Beurteilung wird durch das Expertenteam validiert.
Am vorgängig vereinbarten Termin präsentiert der/die Kandidat/in dem Expertenteam die ausgeführte Arbeit und stellt sich anschliessend den Fragen des Expertenteams. Die Präsentation und das Fachgespräch dauern eine Stunde. Nach Abschluss des Fachgespräches ist die IPA für die Lernenden abgeschlossen.

Für Lernende, die die BMS nicht besuchen, folgt im Verlauf des Monats Juni eine Allgemeinbildungsprüfung (ABU). Bei Lernenden mit BMS ist diese Prüfung Teil des BMS Abschlusses.

Gegen Ende Juni (meistens am Montagnachmittag der KW 26) findet am Schulstandort Zürich für alle Absolvent/innen des QV die Berufskenntnisprüfung statt. Diese Prüfung dauert 3.5 Stunden und wird schriftlich und für alle Kandidaten/- gleichzeitig durchgeführt. Sie besteht aus den Teilbereichen Berechnungen, schwerpunktspezifische Fragen und allgemeine berufskundliche Fragen.

Als vierte Teilnote des QV zählt die Erfahrungsnote aus dem berufskundlichen Unterricht an der Berufsschule. Der Notenschlüssel und die weiteren Rahmenbedingungen sind aus der Wegleitung (s. Downloads) ersichtlich.

Zur Vorbereitung der berufskundlichen Prüfung stehen den Lernenden unter Downloads die Aufgaben früherer Jahre zur Verfügung. Im vierten Blockkurs der Berufsschule wird für die Berufskundeprüfung ebenfalls gezielt geübt.

Downloads

Modellehrgang

Der Modelllehrgang gliedert die Handlungskompetenzen des Bildungsplan zusätzlich nach Lehrjahren. Diese Gliederung ist als Vorschlag und als Hilfestellung zu verstehen und ist nicht verbindlich! Es steht Ihnen frei den betrieblichen Bildungsplan nach eigenen Kriterien zu organisieren.

Der Bildungsplan

Der Bildungsplan des Berufs ist Teil der Bildungsverordnung. Er ist das berufspädagogische Konzept der beruflichen Grundbildung.

Mit dem Bildungsplan des Berufs steht den Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben, überbetrieblichen Kurszentren und Berufsfachschulen ein Instrument zur Verfügung, mit dem Ausbildung und Unterricht systematisch geplant und durchgeführt werden.
Somit ist der Bildungsplan im Lehrbetrieb ein zentrales Werkzeug.

Berufsbildner/innen sind verpflichtet, die Lernenden über die Ziele und Inhalte des Bildungsplans zu informieren.

Der Modelllehrgang

In den auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBG) von 2002 geregelten Berufen löst der Bildungsplan den bisherigen Modelllehrgang ab.

Der Bildungsplan «Geomatikerin / Geomatiker EFZ» ist nach der Triplex-Methode aufgebaut, d.h. die Handlungskompetenzen und Anforderungen werden auf drei Stufen mit Leistungszielen, Richtzielen und Leitzielen beschrieben. Diese sind thematisch gegliedert und nicht curricular.

Auf Wunsch der Betriebe erarbeitete der Trägerverein Geomatiker/-in Schweiz zusätzlich zum Bildungsplan ein Modelllehrgang.
Der Modelllehrgang gliedert die Handlungskompetenzen des Bildungsplan zusätzlich nach Lehrjahren. Diese Gliederung ist als Vorschlag und als Hilfestellung zu verstehen und ist nicht verbindlich! Es steht Ihnen frei den betrieblichen Bildungsplan nach eigenen Kriterien zu organisieren.

Bei Widersprüchen gilt der Bildungsplan.

Modelllehrgänge:

Begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes

Gemäss Jugendarbeitsschutzverordnung dürfen Jugendliche im Zusammenhang mit gefährlichen Arbeiten nur eingesetzt werden, sofern die gemäss Bildungsplan Anhang 2: «Begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes» aufgelisteten Massnahmen umgesetzt werden.

Lehrvertrag

Der Lehrvertrag bildet die notwendige Grundlage jedes Lehrverhältnisses (OR Art. 344-346a). Er ist in schriftlicher Form abzufassen und bedarf der Genehmigung der kantonalen Behörde.

Im Lehrvertrag verpflichtet sich die Lehrfirma, die Lernenden für einen bestimmten Beruf fachgemäss auszubilden, und die Lernenden verpflichten sich, zu diesem Zweck Arbeit im Dienste der Lehrfirma zu leisten.

Inhalte des Lehrvertrags

Der Lehrvertrag muss mindestens Folgendes beinhalten:

  • Art und Dauer der beruflichen Ausbildung
  • Lohn
  • Probezeit
  • Arbeitszeit
  • Ferien

Viele Elemente des Lehrvertrages sind durch zwingende Bestimmungen des öffentlichen und privaten Rechts bereits vorbestimmt (z.B. OR) und können nicht frei vereinbart werden.

In vielen Betrieben gelten betriebsinterne Reglemente (z. B. Personalreglement). Diese sind oft integrierter Bestandteil der Anstellungsverträge und sind – sofern sie nicht dem Lehrvertrag widersprechen – auch für die Lehrlinge verbindlich.

Im Lehrvertrag sollte auch die Bezahlung der obligatorischen Lehrmittel geregelt sein.

Auflösung des Lehrvertrags

Der Lehrvertrag ist ein zeitlich befristeter Vertrag. Das Lehrverhältnis endet somit erst mit dem Endtermin, der im Lehrvertrag festgehalten ist. Eine vorzeitige Auflösung ist nur in bestimmten Fällen möglich.

Detailinformationen zur Auflösung des Lehrvertrags

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